Grafenwöhr (mbi). Was ist ein „Stiefelknecht“? Wo stand früher das Klo? Wie wurde damals denn Wäsche gewaschen? Zahlreiche Fragen hatten Annalena und Alina Schaller an Historiker Olaf Meiler. Bei der Kinderentdeckungstour durch das 1. Oberpfälzer Kultur- und Militärmuseum kam während der rund zweistündigen Führung nie Langeweile auf. Leider fand die Veranstaltung im Ferienprogramm des Stadtjugendrings keinen allzu großen Zuspruch. Nachdem sich bereits zum ersten Termin (wir berichteten) keine Ferienkinder für eine Führung interessierten, zog es beim zweiten Versuch lediglich die beiden Geschwister Alina und Annalena Schaller ins Museum. Diese jedoch hatten beim Besuch des alten Gemäuers sichtlich viel Spaß. Eingangs erklärte Hisoriker Olaf Meiler, dass im Gewölberaum des Kastenhauses früher einmal ein Kuhstall war, später dann die Feuerwehr. Auch die Kanone weckte bei den Mädchen Aufmerksamkeit. Schließlich konnten sie ohne geschimpft zu werden auf ihr herumklettern und an allen Rädchen und Hebeln ausprobieren. Sehr erstaunt waren beide über das alte Gefängnis, das ehemalige „Bärenloch“. Da wollten sie sogleich wissen, ob auch Frauen und Kinder eingesperrt wurden. Natürlich nicht, antwortete Meiler. Frauen stellte man damals eher an den Pranger! In der Alltagsabteilung weckten die alten Spielsachen und die kleinen Dinge des täglichen Gebrauchs ihre Neugier. Unfassbar war für die beiden wie es früher in der Schule aussah. Auf den Klappsitzen der alten Holzschulbänke versuchten sie auf Schiefertafeln zu schreiben und zu malen. Tapfer knieten sie sich auf das Holzscheitl, was beiden aber überhaupt nicht gefiel. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und waren für die beiden Mädchen ein tolles Ferienerlebnis. Schade nur, das nicht mehr diese Erfahrungen machen wollten!


