02.02.2021

Eine interessante Lage

Die Felsmühle ist die älteste Getreidemühle im ehemaligen Pflegamt Grafenwöhr und auf alten Karten verzeichnet. Ein Stein mit der Jahreszahl 1462 an der Mühle zeugte bis 1945 von ihrem Alter. 1948 wurde dieser beim Wiederaufbau der bombardierten Mühle  nicht sichtbar mit eingemauert. Ihre Lage an der Creußen und am Auslauf des einstigen Felsweihers ist besonders, bei diesem handelte es sich seit dem Mittelalter um einen Stausee. Er diente als Schutz für die Stadt im Norden und Osten. 1569 wurde er nach rund 200 Jahren Bestehen trockengelegt, da mittlerweile die Stadtmauer ausgebaut war.

Wasserkraft aus dem Mühlgraben

Nach der Trockenlegung des Felsweihers wurde der künstliche Mühlbach angelegt, um der Felsmühle die Wasserkraft der Creußen zu erhalten. Ein Wehr beim Saliterer zweigte das Wasser ab. Zudem erwarb die Stadt die Felsmühle und verpachtete sie. Die vorherige Besitzerfamilie Podenmeyr kaufte die Mühle allerdings 1580 von der Stadt zurück.

Krieg, Hochwasser, Brände

Die Besitzer und Pächter der Mühle wechselten oftmals. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Felsmühle aufgrund ihrer Lage außerhalb der Stadtmauern von Schweden geplündert. Der damalige Müller Strobl geriet in Not und musste sein Vorhaben, den Betrieb um eine Öl- und Leinmühle zu ergänzen aufgeben. Rund hundert Jahre später plante der Felsmüller Reng auf Verlangen der Grafenwöhrer Gerber und Tuchmacher den Bau einer Lohmühle zur Zerkleinerung pflanzlicher Gerbmittel.
1774 zeigen Steuerrechnungen des Pflegamts, dass das Anwesen geteilt wurde, zwei Drittel versteuerte die Müllerswitwe, ein Drittel der neue Müller Mayr.
Im Jahr 1815/16 wird die Erneuerung der Felsmühlbrücke über den Mühlbach erwähnt, nachdem die alte von Hochwasser zerstört war. Um 1912 wurde eine neue aus Stein gebaut.
1840 fiel die Felsmühle einem Brand zum Opfer und wurde vom damaligen Müller Thomas Meyer wieder errichtet. Die Pläne von damals sind erhalten. Auf drei Generationen Meyer folgte bis 1867 ein Müller Holzgartner, danach zwei Generationen Fiedler. In diese Familie heiratete Barbara Zeitler ein. Ihr Bruder Michael tauschte sein Anwesen 1889 gegen die Mühle der Fiedlers ein. So kam die Felsmühle in den Besitz der hier bis heute ansässigen Familie Zeitler.

Die Mühle im 20. Jahrhundert

1914 wurde das 4,80 m hohe Mühlrad vom Felsmüller erneuert und der hölzerne Zulauf betoniert. Mitte der 1920er Jahre kam zum Mühlenbetrieb eine Schwarzbrotbäckerei hinzu. Die Mühle wurde 1945 bei der Bombardierung nahezu zerstört, nur das Mühlrad überstand den Angriff. Heinrich Zeitler (*1884) baute die Mühle mit Schwarzbrotbäckerei 1948 mit seiner Frau Maria wieder auf. Sohn Heinrich Zeitler (*1931), der letzte Müller, führte den Familienbetrieb bis 1965 fort. In diesem Jahr wurde die Felsmühlstraße entlang der Felsleite ausgebaut und dabei der Mühlbach, der seit rund 400 Jahren für die Wasserkraft der Mühle sorgte, zugeschüttet und das Wasserrecht der Mühle abgelöst.

    

 

  

 

 

 

  

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