02.03.2021

Geschichte mit Höhen und Tiefen
Ein Hammer in Grub wird 1270 erstmals mit dem Hammer von Hütten erwähnt. Wie Hütten, liegt Grub an der Haidenaab, gehörte ebenfalls zum Amt Park-stein. Es wurde später Landsassengut. Es handelte sich um einen Blechhammer, der viele Besitzerwechsel zu verzeichnen hatte. Überliefert sind unter anderem ab 1440 mehrere Generationen der Familie Plecher, deren Beruf auch namensgebend für die Familie war. Mitte des 16. Jahrhunderts erwarb Hieronymus Mendel vom Hammerwerk Steinfels die Hämmer Grub und Hammergmünd. Nur wenige Jahre später 1563 wurde der Hammer unter der Familie Löneiß wegen Unrentabilität und Flaute der Eisenindustrie stillgelegt und das Gut wurde nur noch landwirtschaftlich genutzt.

Im Dornröschenschlaf
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war das Gut vollkommen unbestellt und öd verkommen. Es wird daher 1664 vom Landrichteramt Parkstein versteigert und gelangt nach mehreren Eigentümerwechseln Ende des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Weveld vom Hammerschloss Steinfels. Ein vorheriger Käufer hatte bereits versucht den verfallenen Blechhammer in einen Eisenhammer umzuwandeln. Eine Genehmigung wurde aber nicht erteilt, da es bereits zu viele solcher Betriebe gab. Von Wevelds bewirtschafteten deshalb vorerst die wieder errichtete Mühle sowie ein neues Glaspolierwerk. 1714 wurde das noch heute bestehende Wohnhaus gebaut, nachdem das alte abgebrannt war. Das Erbauungsjahr ist im Türsturz des Gebäudes zu sehen.

Neue Aufgaben und eine Trennung
Von Wevelds beantragten 1751 die Genehmigung zur Erneuerung der alten Mühle und der alten Glasschleife sowie zur Errichtung eines Polierwerks anstelle des alten Blechhammers. Von da an trieb die Wasserkraft der Haidenaab eine Mühle, ein Sägegatter, die Glas-schleife und Poliere, einen Schmiedebetrieb und später auch eine Dresch – und Futterschneidemaschine sowie einen Leinsamenstampfer an. 1777 ließ ein Blitzschlag alle Ökonomiegebäude des Guts abbrennen. Der Betrieb hatte keinen ertragreichen Zustand mehr und das Schleif- und Polierwerk wurde verkauft. Eine getrennte Geschichte von Gut und Werk begann. 1820 erwirbt Gastwirt Anton Prößl aus Hütten das Glaswerk, sein Sohn vergrößert es und baut Arbeiterwohnungen am Ortsrand von Hütten. 1870 über-nimmt die Spiegelfabrik Bach aus Fürth für fünfzig Jahre den Betrieb, 1920 Handelsmann Schärtel von Mansel für ein Jahr. Schließlich kauft Familie Schlör, ansässig in Hütten und seit 1839 bereits Gutsbesitzer von Grub, auch das Polierwerk, das Gut und die Glasfabrik. Nach rund hundert Jahren sind Gut und Werk wieder in einer Besitzerhand vereint. Allerdings wird schon ein Jahr später 1922 kein Glas mehr poliert und nur noch bis 1931 Glas geschliffen.

Ort der Energiegewinnung
Da Orte an der Haidenaab schon immer von Überschwemmungen bedroht waren, lässt Josef Schlör 1926/27 die Haidenaab regulieren, so dass die Wasserkraft für Hütten erlischt. In Grub jedoch wird die Energie der Haidenaab bis heute für Stromerzeugung genutzt.
Nach mehreren Generationen der Familie Schlör, übernimmt 1957 Eduard Wittmann als Eigentümer den gesamten Betrieb samt Kraftwerk und Säge. Das Gutshaus wird Anfang der 60er Jahre renoviert und ein neuer Wirtschaftszweig mit dem Abbau und der Veredlung von Kies begonnen. Landschaftsarchitektonisch interessiert, legt Wittmann dabei den Gruber See mit teils künstlichen Inseln an.

Kulturdenkmal
In Grub steht nahe des Gutshauses eine Passionssäule aus dem 15. Jahrhundert, die der Säule in Grafenwöhr sehr ähnlich ist.

 

 

 

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