14.01.2021

Die Blaue Division war eine Infanteriedivision bestehend aus spanischen Freiwilligen, die auf der Seite der deutschen Wehrmacht zwischen 1941 bis 1943 im Russlandfeldzug kämpfte. Damit revanchierte sich Diktator Francisco Franco bei Adolf Hitler für die Unterstützung im Spanischen Bürgerkrieg, obwohl Spanien im Zweiten Weltkrieg ansonsten neutral blieb. Hitler hatte zwar den Kriegseintritt Spaniens gefordert, am Ende scheiterten die Verhandlungen jedoch an den Forderungen Francos.

       

Mitte Juli 1941 kamen 18.000 spanische Soldaten der Blauen Division (span. División Azul) in Grafenwöhr an, um eine militärische Ausbildung und Kriegsmaterial zu bekommen. Sie erhielten Uniformen der Wehrmacht, die mit einem Ärmelschild in den spanischen Farben Rot und Gold mit der Aufschrift „España“ ergänzt wurden. Dazu kamen die blauen Falange-Hemden, die sie anstatt der regulären Uniformhemden trugen und so kam die Blaue Division zu ihrem Namen. Die Soldaten sprachen nur ihre Muttersprache und so entstanden bei der Verständigung Schwierigkeiten mit den deutschen Kameraden. Das weitaus größere Problem jedoch war die Einhaltung der strengen Regeln und das fehlende Verständnis der Spanier für die deutsche Auffassung von Disziplin und Ordnung.

       

Für die Blaue Division kam der Einsatzbefehl für die Ostfront schneller als gedacht, deshalb verkürzte sich die Grundausbildung der Spanier in Grafenwöhr von voraussichtlich drei Monaten auf wenige Wochen. Die Soldaten wurden als 250. Infanteriedivision bei den deutschen Streitkräften aufgenommen. Bereits vom 27. bis 31. August fuhren die Soldaten mit Zügen Richtung Russland und am 1. September war Abmarsch an die Front. Es mussten täglich 30 bis 40 Kilometer inklusive Gepäck zu Fuß zurückgelegt werden. Am 26. September bekam die 250. Division einen neuen Marschbefehl. Sie nahmen nicht an den Kämpfen bei Moskau teil, sondern sollten nach Leningrad versetzt werden. Auf dem Weg dorthin stationierte man die Spanier noch an den Ufern des Ilmensees und des Flusses Wolchow, sie waren dort isoliert und in schwerste Kämpfe verwickelt. Erst im August 1942 kamen sie bei Leningrad an und beteiligten sich an der Eroberung der Stadt Peters des Großen.

     

Der letzte Einsatz der Blauen Division war am 5. Oktober 1943. Danach wurde die Kompanie zurückgezogen, angeblich um neu organisiert zu werden. Der außenpolitische Druck auf Diktator Franco nahm zu und so wurde die Blaue Division am 20. Oktober 1943 offiziell aufgelöst und in eine spanische Freiwilligenlegion mit 2.000 Mann umgewandelt. Im Januar 1944 zogen sich die Truppen der Achsenmächte (Deutschland, Italien, Japan) aus Russland zurück und am 21. März kehrten die Freiwilligen zurück nach Spanien. Einige gerieten in russische Gefangenschaft und sahen ihr Heimatland erst im April 1954 wieder.

Obwohl nur wenige Wochen in Grafenwöhr stationiert, kamen immer wieder Spanier nach dem Krieg zurück und besuchten die Stadt, in der sie für den Krieg ausgebildet wurden. Ein ehemaliger Soldat hielt seine Erinnerungen und Eindrücke von damals in einem ausführlichen Zeitungsartikel fest. Dieser folgt im nächsten G’schichterl „Die Blaue Division – Teil 2“.

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