20.05.2020

Als Oase der Erholung und Ruhe gilt in Grafenwöhr der Schönberg ebenso als ein Ort der Begegnung. Aus dem ehemaligen Buchfelder‘schen Steinbruch entstand eine imposante Naturbühne und einer langen Tradition mit Theateraufführungen, Konzerten, Festen und seit einigen Jahren auch mit einem Schlemmer-Kino.  

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde aus dem Steinbruch Sandstein gewonnen. Bereits 1912 hat sich der damalige Verschönerungsverein und heutige Heimatverein für die Bepflanzung des Ostabhanges des Schönbergs eingesetzt. In den 20er Jahren entstand die Naturbühne und die ersten Theaterstücke begeisterten nicht nur die Bevölkerung. Für die auf dem Truppenübungsplatz übenden Soldaten war es eine gern genutzte Freizeitveranstaltung.1926 wurde an der Südseite des Schönbergs ein Festplatz angelegt. Noch im selben Jahr fand dort das alljährliche Johannisfeuer mit Volksfest, Konzert und Kinderbelustigung statt. Ab 1933 kamen auch auswärtige Theatergruppen nach Grafenwöhr und begeisterten die Zuschauer.

Der 2. Weltkrieg hatte alle Theateraktivitäten und auch die Verschönerungspläne für die Stadt beendet. Als ein wichtiges Stück Heimat hat man die Naturbühne zur 600-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1961 instandgesetzt und erweitert. Der Öffentlichkeit konnten somit wieder Theateraufführungen präsentiert werden. Später fiel die Bühne am Schönberg in einen Dornröschenschlaf. Erst die Katholische Theatergruppe Grafenwöhr küsste diese 1986 wieder wach.

Nicht optimal war der bauliche Zustand und dieser verschlechterte sich zusehends. Der Leader-Förderung ist es zu verdanken, dass die Stadt Grafenwöhr die Naturbühne sanieren konnte und diese am 18. September 2015 feierlich eröffnet wurde. Heute steht die Bühne mit modernster Technik und einzigartigem Ambiente für Veranstaltungen zur Verfügung und wird unter anderem auch vom Landestheater Oberpfalz bespielt. Die Aufführungen vor dieser eindrucksvollen Naturkulisse sind heute weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

In den „Goldenen Zwanzigern“ wurden auf dieser besonderen Bühne die ersten Stücke aufgeführt. Die „Zwanziger“ in diesem Jahrhundert scheinen nicht so „golden“ zu beginnen. Dennoch ist der Schönberg auch ohne Veranstaltungen einen Besuch wert. Für alle, die auf der Suche nach Natur, Ruhe und Erholung sind, präsentiert sich der Schönberg zu jeder Jahreszeit in besonderer Art und Weise. Als Naherholungsgebiet gilt er zusammen mit dem benachbarten Annaberg als beliebtes Ausflugsziel. Ein markierter Wanderweg verbindet die beiden Höhenrücken miteinander und führt durch eine herrliche Naturlandschaft mit Ausblick auf den Truppenübungsplatz. Es lohnt sich, ein Fernglas einzupacken.  

  

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