09.07.20920

Flüsse und Bäche sind seit jeher Lebensadern – ohne Wasser ist kein Leben möglich. Das hatten bereits die Gründerväter Grafenwöhrs erkannt, als sie sich im 14. Jahrhundert zwischen Creußen und Thumbach für eine Ansiedlung entschieden. Der Thumbach von Kirchenthumbach kommend durchfließt den Truppenübungsplatz, dann den Stadtweiher in Grafenwöhr und mündet kurz danach in der Nähe des Bahnübergangs in der Neuen Amberger Straße in die Creußen. Die Grafenwöhrer konnten sich immer auf eine ausreichende Trinkwasserversorgung verlassen. Da es bis 1934 keine Wasserleitungen gab, wurde das Wasser aus öffentlichen Brunnen geholt. Nicht nur zum Wasser holen, mussten sich die Frauen in früheren Zeiten auf den Weg machen, auch das Wäschewaschen war viele Jahrhunderte nur außerhalb der eigenen vier Wände möglich. Wäsche sauber zu bekommen war harte Arbeit, deshalb fand die Prozedur nur 1 bis 2 mal im Monat statt. Zuerst wurde der Dreck aus der Kleidung gerubbelt, oft mit Hilfe eines Waschbretts, gewaschen wurde dann im Thumbach und Stadtweiher.

Die Fließkraft des Thumbachs brachte das Mühlrad der Stadtmühle in Bewegung und aus dem gemahlenen Getreide konnte das wichtige Grundnahrungsmittel Brot hergestellt werden. Seit jeher dient der Thumbach selbst auch als Nahrungsquelle und die Fische, früher auch Krebse, landen gerne auf den Tellern der Grafenwöhrer. Heute bewirtschaftet der Fischereiverein Grafenwöhr 1881 e.V. den Bach von der Truppenübungsplatzgrenze bis zum Einlauf in die Creußen.

Nicht nur für zahlreiche Tiere und Pflanzen ist der Thumbach Lebensader.  Die grünen Auen bilden mit den Creußenauen einen grünen Ring um die Altstadt. Naherholung vor der Haustür sozusagen. Ein kleiner Spaziergang durch die Thumbachauen ermöglicht eine kleine Erholung vom Alltag. Im Moment gibt es einiges zu entdecken. Eine Entenmutter mit ihren „Teenagern“ hat alle Hände voll zu tun und die Wildenten am Stadtweiher haben eine weiße Ente in ihrer Mitte aufgenommen. Herrlich blühen momentan die Seerosen entlang des Baches bei der Stadtmühle und sind so manches Foto wert.

    

Schmökertipp! Viele Anekdoten und Geschichten gibt es zum Nachlesen in der Stadtchronik, die in Buchform oder als DVD im Kultur- und Militärmuseum erhältlich sind.

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